Gruppentherapie
Gruppentherapie eröffnet einen Raum, in dem sich persönliche Themen im Kontakt mit anderen Menschen zeigen und verstehen lassen. Im gemeinsamen Austausch können Beziehungserfahrungen reflektiert, emotionale Prozesse besser eingeordnet und neue Wege im Umgang mit sich selbst und anderen erprobt werden.
Gruppentherapie als Erfahrungsraum in Beziehung
Eine Gruppentherapie bietet die Möglichkeit, das eigene Erleben in Beziehung zu anderen Menschen besser zu verstehen. Viele Themen, die im Leben Schwierigkeiten bereiten, zeigen sich besonders deutlich im Kontakt: wie Nähe entsteht, wie Distanz gehalten wird, wie Missverständnisse und Erwartungen wirken. In der Gruppe kann beobachtet werden, wie man auf andere wirkt und wie andere auf einen selbst reagieren – oft klarer als im Einzelgespräch.
Vorgespräche und unterschiedliche Gruppenformate
Wie bei der Einzeltherapie beginnt auch die Gruppentherapie mit Vorgesprächen im Einzelsetting, in denen Anliegen, Diagnostik und die Passung zur Gruppe geklärt werden. Je nach Thema können unterschiedliche Gruppenformate in Betracht kommen. Dazu gehören auch mentalisierungsbasierte Gruppenangebote sowie Gruppentherapie für Erwachsene mit ADHS, auf die gesondert eingegangen wird.
Ziele und Wirksamkeit der Gruppentherapie
Ziele der Gruppentherapie sind, innere Prozesse verständlicher zu machen, emotionale Regulation zu stärken und Beziehungserfahrungen zu erweitern. Gruppentherapie gilt als ein wirksames Verfahren, insbesondere wenn es um Herausforderungen in zwischenmenschlichen Situationen, um wiederkehrende Konflikte, um Selbstwertthemen oder um ein häufig intensives inneres Erleben geht.
Arbeitsweise und Bedeutung des Mentalisierens
Gearbeitet wird im gemeinsamen Gespräch, mit Aufmerksamkeit für Gedanken, Gefühle und Vorstellungen, die in der Begegnung entstehen. Es geht nicht darum, sich anzupassen oder etwas Bestimmtes leisten zu müssen, sondern darum, Erfahrungen im Kontakt zu betrachten und neue Möglichkeiten im Umgang mit sich selbst und anderen zu entwickeln. Mentalisieren – also das Verstehen eigener innerer Zustände und derjenigen anderer Menschen – spielt dabei eine zentrale Rolle, ohne dass bestimmte Begriffe im Vordergrund stehen müssen.
Rahmen, Dauer und Kostenübernahme
Die Gruppe findet in der Regel einmal pro Woche statt. Damit Veränderungen tragfähig werden, ist es sinnvoll, mindestens ein Jahr Gruppentherapie einzuplanen und sich auf eine regelmäßige Teilnahme einzulassen. Gesetzliche wie auch private Krankenkassen tragen die Kosten einer Gruppentherapie.